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das Umkehrdach

in Tirol Salzburg sind Millionen von Umkehrdächer es hat keines ein Problem wegen Taupunkt

Umkehrdach Vorteile

Vorteile des Wärmedämmsystems

Das auffälligste Merkmal bzw. das was das Umkehrdach auszeichnet, die Anordnung der Wärmedämmung außerhalb der Abdichtung, ist zugleich auch der größte Vorteil des Wärmedämmsystems Umkehrdach. Die Wärmedämmung wird also nicht nur deswegen außerhalb der Abdichtung angeordnet weil sie es „aushält“ sondern weil sich dadurch viele Vorteile ergeben.

Wird der Aufbau eines Umkehrdaches betrachtet und mit einem Standard-Warmdach verglichen so fällt natürlich sofort ins Auge, dass der Umkehrdachaufbau aus weniger Schichten besteht. So kann im Vergleich zu einem Standard-Warmdach auf die notwendige Dampfsperre und die Dampfausgleichschicht verzichtet werden, da der Umkehrdachaufbau zum einen diffusionsoffen ausgeführt wird und zum anderen durch das Aufbringen der Abdichtung direkt auf der Betondecke kein Wasser eingeschlossen werden kann, das dann durch eine Dampfausgleichschicht abgeführt werden müsste.

Ein weiterer Vorteil des Wärmedämmsystems Umkehrdach tut sich dadurch auf, dass die Wärmedämmung über der Abdichtung liegt und sie damit vor mechanischen Beschädigungen, UV-Versprödung und extremen Temperaturwechseln schützt, was natürlich zur Folge hat, dass die Lebensdauer der Abdichtung erheblich erhöht wird.

Sollte die Abdichtung doch einmal schadhaft werden, so kann die Leckage bei einer vollflächigen Verklebung leicht geortet und saniert werden, da das Wasser nur da austreten kann wo die Abdichtung fehlerhaft ist.

Durch die üblicherweise vollflächige Verklebung der Abdichtung mit dem Untergrund entfällt die bei Wärmdächern notwendige Sicherung der Abdichtung gegen Windsog. In der Praxis wird der Forderung, bei Warmdächern die Windsogsicherung der Abdichtung sicherzustellen, häufig durch die Verdübelung der Abdichtung mit dem Untergrund nachgekommen. Das stellt natürlich einen Schwachpunkt in der Abdichtung dar und kann zu Schäden führen.

Ein weiterer Verdienst des Wärmedämmsystems Umkehrdach ist es, die Bauzeiten erheblich besser im vorgesehenen Zeitplan zu halten, da die Dämmstoffverlegung witterungsunabhängig erfolgen kann und keinerlei Rücksichten auf feuchtigkeitsempfindliche Wärmedämmung oder eingeschlossene Feuchte genommen werden muss. Schließlich ist die Wärmedämmung sowieso der Bewitterung ausgesetzt und durch die vollflächige Verklebung der Abdichtung mit der Rohdecke kann auch kein freies Wasser eingebaut werden welches zu Schäden führen könnte (Stichwort Blasenbildung der Abdichtung bei Warmdächern).

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Nachteile Umkehrdach

Nachteile des Wärmedämmsystems Umkehrdach

Wenn auch das Umkehrdachprinzip viele Vorteile mit sich bringt, so birgt die Bauweise doch auch den ein oder anderen Nachteil.

So ist es unabdingbar, dass die Unterkonstruktion ein Flächengewicht von ≥ 250 kg/m⊃2; (entspricht einer Betondecke oder Ähnlichem) oder einen Wärmedurchlasswiderstand ≥ 0,15 m⊃2;•K/W aufweist, damit es im Falle eines Niederschlages, nicht zur Tauwasserbildung an der Decke kommt Die Decke übernimmt in diesem Falle die Aufgabe eines thermischen Puffers, der verhindert, dass der kalte Regen die gesamte Deckenkonstruktion zu stark abkühlt und es so an der Decke, durch das Zusammentreffen der warmen Raumluft mit der abgekühlten Deckenkonstruktion, zur Tauwasserbildung kommt. Überraschenderweise ist das ein Effekt, der entgegen den Erwartungen im Sommer auftritt, da hohe Luftfeuchtigkeit gepaart mit hohen Temperaturen durchaus zu einer Taupunktunterschreitung bei Gewitterregen führen kann. (Gutachten über die Feuchtigkeitsverhältnisse in Umkehrdächern [9])

Ein Flächengewicht von ≥ 250 kg/m⊃2; bzw. ein Wärmedurchlasswiderstand ≥ 0,15 m⊃2;•K/W lässt das thermische Verhalten der Decke aber so träge werden, dass es nicht zur Tauwasserbildung an der Decke kommen kann.

Ausnahme ist natürlich die erwähnte Konstruktion des bekiesten Umkehrdaches mit einer wasserableitenden Trennlage. Hier wird das gesamte Wasser auf der wasserableitenden Trennlage abgeführt, so dass kein Wasser auf die Abdichtungsebene gelangen kann, um die Unterkonstruktion abzukühlen.

Weiter ist im allgemeinen extrudierter Polystyrolschaum (XPS) in die Baustoffklasse B1 gemäß DIN 4102-1 bzw. die Euroklasse E gemäß DIN EN 13501-1 eingestuft, so dass Dächer, die nicht brennbar ausgeführt werden müssen, in der Umkehrdachbauweise nicht erstellt werden können. Wenn auch durch die Dachaufbauten (Kiesschicht, Begrünung) Umkehrdächer als widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme (harte Bedachung) gelten.

Bei der Ausführung mit einer Extensivbegrünung sind bezüglich des Brandverhaltens zusätzlich die entsprechenden Verwaltungsvorschriften [10] zur jeweiligen Landesbauordnung zu berücksichtigen.

Wie in bereits erwähnt ist ein langfristiges Überstauen der Wärmedämmplatten durch eine geeignete und damit natürlich auch funktionierende Dachentwässerung auszuschließen. Zwar nehmen extrudierte Polystyrolschaumplatten auch bei langzeitigem Eintauchen kein Wasser auf, aber dadurch, dass das Wasser langfristig auf der Abdichtung steht, wird natürlich die Wärmedämmung in einem Maße ausgehebelt, die nicht mehr tolerierbar ist. In der Praxis muss dieser Forderung einerseits durch eine geeignete Bemessung der Entwässerung und andererseits durch angepasste Wartungsintervalle nachgekommen werden, die gewährleisten dass die Dachentwässerung funktioniert. Diese Forderungen werden natürlich auch bei einem Standard-Flachdach an die Dachentwässerung gestellt. Es ist aber festzustellen, dass Umkehrdächer sensibler auf eine mangelhafte Dachentwässerung reagieren. Wenn es auch nicht zum eigentlichen Schadensfall kommt, sondern „nur“ die Wärmedämmung nicht mehr richtig arbeitet.

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Fazit Umkehrdach

Fazit

Durch die immer straffer regulierteren Bauzeiten und Bauabläufe und die immer größer werdenden Ansprüche an die Dauerhaftigkeit der Systeme, wird es für alle am Bau beteiligten immer wichtiger, dass ein System in jeder Beziehung einfach zu handhaben ist und über die Jahre hinweg schadensfrei bleibt.

Einfacher Schichtenaufbau mit möglichst geringer Materialvielfalt gepaart mit langer Lebensdauer und witterungsunabhängige Verlegung sind Forderungen, die immer wichtiger werden bzw. die Entscheidungsträger, sei es nun Bauherr, Planer oder Bauleiter für ein System positiv einnehmen lassen.

Und hier spielt das Wärmedämmsystem Umkehrdach ganz klar seine Stärken aus.

Alle eben genannten Forderungen an ein modernes System werden nicht nur erfüllt, sondern es lässt sich sogar feststellen, dass das Wärmedämmsystem Umkehrdach Maßstäbe setzt, an denen sich andere Flachdachsysteme messen lassen müssen.

Wie bei allen Systemen gibt es aber natürlich auch Einschränkungen. So ist der verwendete Dämmstoff in die Baustoffklasse B1 eingestuft. Damit kann das Wärmedämmsystem Umkehrdach nicht für Gebäude verwendet werden, bei denen erhöhte Anforderungen an den Brandschutz gestellt werden.

Abschließend lässt sich feststellen, dass das Wärmedämmsystem Umkehrdach eine sehr gute Alternative zu den Standard Flachdächern darstellt. Weit verbreitete Bedenken entbehren jeglicher Grundlage und lassen sich eigentlich nur dadurch erklären, dass bislang kein Kompendium zum Thema Umkehrdach existiert. Die Vorteile, die die Bauweise Umkehrdach mit sich bringt übertreffen bei weitem die Einschränkungen und gerade im energetischen Sanierungsfall stellt die Umkehrdachbauweise (Stichwort Plusdach) eine unübertroffene Bauweise dar, die vor allem dadurch besticht, dass der vorhandene Dachaufbau erhalten bleiben kann und „einfach“ eine Wärmedämmung aus extrudiertem Polystyrolschaum verlegt wird (Stichwort: Kosten).

Es empfiehlt sich also für alle am Bau Beteiligten bei jedem Bauvorhaben, sei es nun Neubau oder Sanierung, bei der Systemwahl des Flachdaches das Wärmedämmsystem Umkehrdach als Bauweise ernsthaft in Betracht zu ziehen.

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